Umweltfreundliche Pflegemittel für Outdoorbekleidung – oder: es geht auch ohne PFC!

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Die Autorin Anne Engelhardt hat den Blog “outdoorjoker.de” ins Leben gerufen. Outdoorjoker stellt neue und/oder bemerkenswerte Produkte und Gebrauchsfreuden aus dem Outdoorsport-Bereich vor. Die Autoren sind passionierte Outdoor-Sportler, arbeiten nicht-kommerziell und praktizieren ehrlichen Journalismus.

Unsere Ansprüche an Funktionsbekleidung sind zugegebenermaßen ziemlich hoch. Sie sollten aus einem hochmodernen, funktionalen Textilgewebe bestehen, atmungsaktiv und bequem sein, möglichst ein geringes Gewicht aufweisen und im Idealfall viele Aktivitätsbereiche abdecken. Gute Funktionsbekleidung hat nicht nur wesentlichen Einfluss auf das Gelingen einer Expedition, sondern ist schlicht auch die Lebensversicherung bei anspruchsvollen Touren unter widrigen Bedingungen. Insbesondere bei extremen Anforderungen wie Nässe und Kälte machen sich Unterschiede bei Materialien und Innovationstechnologien bemerkbar. Hier ist es eben gerade nicht Jacke wie Hose zu welcher Art von Wetterschutz man greift.

Neben dem eigentlichen Funktionsumfang kommt es – insbesondere bei intensiver Nutzung – auf die regelmäßige, adäquate Pflege der Produkte an. Schmutz, Staub und Matsch lassen selbst eine echte High-Tech-Jacke an ihre Grenzen stoßen. Die Wahl des passenden Pflegeprodukts entscheidet im Extremfall über das Gelingen einer Tour. Diese Erfahrung mussten unsere beiden Redakteure Eva und Olli im letzten Jahr auf ihrer Irland-Tour machen. Mit Rucksäcken erkundeten sie fünf Tage lang die Insel, welche nicht gerade für optimales Wetter bekannt ist. Trotz hochwertigem Materialmix mit entsprechender Wassersäule quittierte Ollis Regenjacke bei diesen extremen Bedingungen schnell den Dienst. Zudem konnte Feuchtigkeit von innen nicht mehr entweichen und es kam zu einem regelrechten Hitzestau, da die Membran an Durchlässigkeit verloren hatte.

Auf der Suche nach einem geeigneten Reinigungs- und Imprägniermittel für Outdoorbekleidung sind wir auf die umfangreiche Produktpalette des britischen Outdoorpflegemittelherstellers Nikwax gestoßen. Unser Favorit: Nikwax Tech Wash. Der Allrounder reinigt Bekleidung (und auch Rucksäcke) gründlich und frischt dabei die Atmungsaktivität und Imprägnierung auf. Merklich spürbar ist das ist vor allem bei Funktionsbekleidung, welche bereits ein paar Monate getragen und des Öfteren gewaschen wurde. Die anfangs sehr effektive DWR Imprägnierung trägt sich mit der Zeit ab und wird durch die Verwendung von herkömmlichem Waschmittel beschädigt. Das zeigt sich im Extremfall durch klammes Obermaterial, welches die Jacke beschwert und den Körper frösteln lässt. Speziell bei in die Jahre gekommener Skibekleidung ist dieses Phänomen oft anzutreffen. Tech Wash sorgt dafür, dass die ursprüngliche Imprägnierung länger intakt bleibt. Ein späteres Nachimprägnieren erfolgt idealerweise mit TX.Direct. Diese leistungsstarke, dauerhaft wirksame Kombination hätte aus Ollis Jacke mit Sicherheit noch den ein oder anderen Prozentpunkt Leitung herausgeholt.

Übrigens ist Tech Wash keineswegs ausschließlich für Outdoorbekleidung gedacht. Auch Lifestyle Marken, wie der britische Hersteller Barbour, empfehlen die Reinigungs- und Imprägniermittel von Nikwax.

Was uns zudem an der Nikwax Produktpalette gefällt: alle Substanzen wurden ohne Tierversuche entwickelt. Außerdem enthalten sie keine PFC (per- und polyfluorierte Chemikalien). Hierbei handelt es sich um chemische Verbindungen, die synthetisch hergestellt werden und in der Natur nur schlecht wieder abgebaut werden können. Über Nahrungsmittel und Trinkwasser gelangen diese PFC in den menschlichen Organismus und reichern sich dort an. Forschungsergebnisse weisen neben einer generellen Schwächung des Immunsystems auch eine Lebervergrößerung sowie reduzierte Fruchtbarkeit nach. Ein Auszug über die verheerenden Auswirkungen zeigt ein Produkt-Report der Umweltorganisation Greenpeace vom Januar diesen Jahres.

Nikwax Tech Wash kann zwar keine Qualitätsunterschiede bei Materialien und Innovationstechnologien kompensieren, trägt aber zur längeren Benutzung der Bekleidung und Ausrüstung und damit zum umweltbewussten Umgang mit Ressourcen bei. Aus diesem Grund verdient das britische Unternehmen zurecht den Queen’s Award für nachhaltige Entwicklung.

Foto: Anne Engelhardt. www.outdoorjoker.de