Eine Druckerei Erzählt

Printer_blue_light_Blogsmall

Der Gästeblog dieses Monats wurde von Gareth Dinnage, Geschäftsführer von Seacourt Ltd, geschrieben, einer umweltfreundlichen, zweifach mit dem Queen’s Award ausgezeichneten Druckerei aus Großbritannien. In diesem Blog erfahren Sie, wie Seacourt als weltweit erstes Druckunternehmen seinen Restmüll auf NULL herunterschraubte. Gareth Dinnage gibt zudem wertvolle Tipps, wie Sie auch mit kleinen Schritten umweltfreundlicher leben und die aktuellen Klimaveränderungen positiv beeinflussen können.

Seacourt ist besonders stolz darauf Partner von Nikwax zu sein, denn wir teilen dieselben Grundsätze darüber, wie man ein Unternehmen führen sollte: indem man in der Umweltverantwortung keinerlei Kompromisse macht, die bisherige Denkweise immer wieder auf den Prüfstand stellt sowie ein Beispiel für unsere Branche ist und zeigt, dass der Nachhaltigkeitsgedanke im Herzen eines Unternehmens in jeglicher Hinsicht sinnvoll ist.

Seacourt_logo

Die Druckindustrie ist eine Branche, die besonders umweltschädlich arbeitet. Sie wird von der Det Norske Veritas für unsere Umwelt sogar als ähnlich zerstörerisch wie Bergbau, Ölförderung und der Nuklearsektor eingestuft.

Unsere Branche verbraucht nicht nur Unmengen an Frischwasser und verunreinigende Chemikalien, auch der Energieverbrauch ist enorm, und viele Fabriken produzieren ohne Pause Tag und Nacht durch. Der Großteil der Druckereibetriebe erhält die benötigte Energie aus Kohlekraftwerken, dem Ölsektor oder der Gasindustrie – großen CO2-Schleudern! Während die meisten Druckereien Druckplatten und Papierabfall recyceln, lässt ein Großteil der anderen Betriebe seinen Abfall von kommerziellen Entsorgungsunternehmen abholen, die den Müll mit aller Wahrscheinlichkeit direkt zur Deponie bringen.

Man könnte es einfach so hinnehmen, dass unsere Branche im Allgemeinen einen kräftigen Beitrag zum globalen CO2-Fußabdruck, der Umweltverschmutzung durch flüchtige organische Verbindungen (so genannte VOCs), der Wasserverschmutzung sowie dem Wachstum unserer Mülldeponien leistet. Doch so muss es nicht sein. Es gibt einen anderen, einen besseren Weg…

Die umweltverantwortliche Reise von Seacourt begann im Jahre 1997 als wir auf wasserlose Druckprozesse umstellten. Nicht nur konnten wir auf diese Weise mehr als 8 Millionen Liter Frischwasser einsparen sondern auch die Verwendung von umweltschädlichen Chemikalien einstellen – ein Aspekt, der gleichermaßen wichtig war und uns diese Entscheidung umso einfacher machte. So erhielten wir bereits im darauf folgenden Jahr die ISO14001 Zertifizierung und waren 1999 das weltweit zweite Druckunternehmen, welches das Umweltmanagement- und Umweltbetriebsprüfungssystem „Öko-Audit“ erfolgreich abschloss. Im Jahre 2001 wurde Seacourt als CO2-neutral eingestuft, seit 2003 beziehen wir unseren Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien. Und im Jahre 2009 schafften wir es endlich das weltweit erste Druckunternehmen mit NULL Restmüll zu sein!

Das bedeutet jedoch keineswegs, dass wir auf unserem Hintern hocken bleiben wenn es darum geht unseren Planeten zu retten – und dieses Jahr war es nicht anders. So haben wir zum Beispiel vor kurzem unsere Druckerpresse neu erfunden: LightTouch ist ein revolutionärer, weltweit erster Druckprozess, der wasserloses Drucken mit LED Technologie kombiniert. Dieses Verfahren macht es möglich Druckereiprodukte herzustellen und dabei den CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten – ganz gleich in welcher Ecke der Erde. Und genau das ist der Grund, weshalb Nikwax in uns den perfekten Partner gefunden hat.

Dank LightTouch konnten wir Chemikalien und Wasserverbrauch aus unseren Druckverfahren völlig ausschließen und stattdessen VOC-freie Tinte verwenden… Kein Wasser, keine Chemikalien, keine Veredelungen durch Sprühlack mehr. Sogar den Tintenverbrauch konnten wir reduzieren, da wir die Druckerpresse nicht mehr täglich reinigen müssen. Mit erheblich weniger Ressourcen konnten wir also unglaublich viel erreichen um unsere Umwelt zu schonen.

Seacourt_email_blue

In diesem Jahr feiert Seacourt seinen 70. Geburtstag, und nach mehr als 20 Jahren strengen Umweltethos’ stellt sich immer wieder eine einzige Frage: „Können wir unsere Umweltauswirkungen noch weiter verbessern?“ Ist die Antwort „ja“, dann gehen wir diesen Schritt, auch wenn er finanzielle Auswirkungen mit sich bringt, welche allerdings immer zweitrangig sein werden. Wenn Sie wissen, dass es einen besseren Weg gibt, welche Gründe gäbe es diesen nicht einzuschlagen?

Die umweltverantwortliche Unternehmensführung hat uns seitdem zahlreiche Auszeichnungen eingebracht. Auch die Queen hat unseren Branchen führenden Denkansatz anerkannt und Seacourt in den Jahren 2007 und 2011 mit dem Queen’s Award für nachhaltige Entwicklung gewürdigt – der höchsten Auszeichnung des britischen Königreichs in der Kategorie Nachhaltigkeit mit besonders strengen Auflagen.

Wie können Sie selbst zum Thema Umweltverantwortlichkeit beisteuern?

Leider gibt es keine Zauberformel, die den Klimawandel stoppen könnte. Doch haben auch kleinste Veränderungen eine positive Auswirkung.

Hier sind meine “Top 5” der Dinge, die Sie ändern können und so einen sofortigen positiven Effekt auf unsere Umwelt und auch unsere Gesellschaft haben werden:

  • Stellen Sie Ihren Energieverbrauch auf 100% erneuerbare Energien um! Es kostet Sie nur ein Telefonat oder eine E-Mail, und die heutigen Tarife sind durchaus konkurrenzfähig.
  • Kaufen Sie sich ein Fahrrad! Reduzieren Sie die Kilometer, die Sie mit Ihrem Auto zurücklegen.
  • Besorgen Sie sich einen Komposter für Bio- und Gartenabfälle – eine einfache Lösung, um die Mengen an Restmüll zu reduzieren, die direkt in der Deponie landen. Und wertvoller Kompost für Ihre Pflanzen ist es obendrein…
  • Ein Konto bei einer Ethical Bank! Deren Leitgedanke besteht darin, Solidarität zu zeigen, Selbstverantwortung zu fördern und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Die Sparzinsen sind gut, und Sie helfen dabei, die Lebensqualität anderer zu verbessern.
  • Und zu guter Letzt: Sprechen Sie mit Ihren Freunden darüber!

Wenn Sie die ersten vier Punkte abgehakt haben, anschließend fünf guten Freunden davon erzählen und warum Sie diese Schritte tun, dann haben Sie Ihre Freunde mit Sicherheit dazu inspiriert, diese Veränderungen auch bei sich vorzunehmen, fünf weiteren Freunden davon zu erzählen und so weiter und so weiter. Und Sie haben ein richtig tolles Schneeballsystem in Gang getreten, das sich positiv auf unsere Umwelt auswirkt.

www.seacourt.net