Hannah und ihr Esel

Hannah and Chico

Hannah Engelkamp ist diesen Monat unsere Gastbloggerin und Autorin über Wanderungen mit einem Esel (oder zumindest bald). Darüber hinaus ist Hannah Engelkamp Reisejournalistin und Lektorin und hat sich auf Nachhaltigkeitsthemen, Reisen sowie Wintersportarten im Allgemeinen spezialisiert. Im Mai dieses Jahres wollte Hannah aus ihrem alltäglichen Trott ausbrechen und beschloss, die Region Wales in Großbritannien entlang der Küste sowie der Grenzlinien im Landesinneren einmal zu umwandern– gemeinsam mit einem Esel. Und warum das Ganze? Hierfür gibt es einige Gründe: Erstens ist Wales das einzige Land, das man dank seiner neuen wunderschönen Küstenwanderwege komplett umwandern kann, zweitens wuchs Hannah in dieser Region auf, und drittens würde sie gerne ein Buch schreiben, wofür diese Reise ein ideales Thema. Zudem hat sie einen Film in der Planung.

Hannah und Chico, der Esel, hatten bereits 1/3 ihrer 1.643 km weiten Wanderung hinter sich gebracht, als wir sie baten, für uns einen Blog zu schreiben. Warum ist Nikwax überhaupt involviert? Von Hannah’s Projekt waren wir besonders begeistert, denn sie sprüht nur so vor Enthusiasmus, unsere Umwelt zu schützen! Von unserer Seite aus wollten wir daher sicherstellen, dass Hannah unterwegs nicht nass wird. Daher statteten wir sie mit Nikwax Stoff & Leder-Imprägnierung, Cotton Proof und TX.Direct aus. Lesen Sie weiter, wenn Sie gedanklich mit Hannah mitwandern möchten…

Der Titel “Die Umrundung von Wales mit einem Esel” verbirgt in sich bereits einige wesentliche Unvereinbarkeiten. Die eine – und nicht ganz unerhebliche – ist, dass wir leider nicht auf dem brandneuen, 1000-Meilen-Küsten/Grenz-Wanderweg wandern können, der im Mai letzten Jahres eröffnet wurde und der Auslöser meiner verrückten Idee war: Esel können nicht über Steinmauern klettern und durch Gatter gehen, von welchen es auf diesem Weg Hunderte und Hunderte und Hunderte gibt. Dennoch sind wir bereits fünf geschlagene Wochen unterwegs und haben eine recht gute Routenplanung ausgeklügelt. So waren wir mächtig überrascht, wie viele alte Straßen, Wiesenpfade, Reit- und Forstwege es doch in unserem wunderschönen, durchaus gut durchquerbaren und immer wieder erstaunlichen Land gibt.

Die zweite große “Inkompatibilität” ist die Tatsache, dass Esel Wüstentiere sind, was bedeutet, dass sie in ihrem rauen Fell keine Wasser abweisenden Fette haben, wie es z.B. bei den Pferden der Fall ist. Sie hassen Regen regelrecht, und wenn Wales für eine Sache bekannt ist, dann ist es Regen!

Chico, mein liebenswerter und gleichzeitig unendlich frustrierender Begleiter, genießt keineswegs die dank regelmäßiger und gründlicher Bewässerung besonders üppigen, grünen Landschaften, die mit Reif bedeckten, mystischen Bergzüge, oder die regelrechte Explosion von Pflanzen und Blumen, die überall aus dem Boden schießen. Chico mag es überhaupt nicht, wenn Regen auf ihn prasselt, und ich selbst bin eigentlich auch kein Fan vom gründlichen Begießen von oben. Dann wiederum liebe ich es draußen zu sein, denn selbst solche „Mistwettertage“ Tage, an denen man sich am liebsten zuhause verkriechen möchte, haben dennoch ihre wunderschönen Momente die es lohnt, sie trotz schlechten Wetters draußen in freier Natur zu verbringen.

An diesem Punkt möchte ich Nikwax danken! Meine Klamotten halten dicht… und meine Laune steigt! Eine alte Jacke und dazu ein Paar Hosen von Páramo machen jedes Wetter mit – dank einer guten Imprägnierrunde in der Waschmaschine meiner Mutter vor der Abreise. Chico hingegen wird im Regen eher langsamer. Die Wanderroute, die restliche Distanz unserer Wanderung, die Wettervorhersage… er hat einfach absolut keinen Ansporn schnell zum nächsten Unterschlupf kommen zu wollen. Also versuche ich mich gerade im Antrainieren einer Zen-ähnlichen Geduld, da ich oft genug langsamer als meine normale Geschwindigkeit laufen und immer wieder Pausen zum Grasen einlegen muss (für den Esel, nicht für mich!). Aber ich denke ich mach das alles ganz gut. Selbstverständlich wäre es noch etwas ganz anderes, wenn der Regen auf der Innenseite meiner Bekleidung hinab laufen würde. Das zumindest könnte das der Esel in diesem Moment denken, da er mich gerade mit einem völlig uninterpretierbaren Ausdruck anstarrt.

Unser Budget ist sehr knapp, denn diese Reise wird wohl doch mehrere Monate andauern – viel länger als ursprünglich angedacht. Meine anfängliche Planung basierte nämlich auf meinem gut vorwärts kommenden, täglich ca. 25 km absolvierenden Optimismus und völlig fehlender Kenntnis über Esel… An dieser Stelle möchte ich Nikwax noch einmal danken, denn dank Nikwax Cotton Proof konnte ich die beiden Eselpacktaschen optimal imprägnieren: zwei gebrauchte norwegische Armeerucksäcke, die ich für jeweils wenige € 15 erstand und mir dadurch den Kauf von speziellen Eselpacktaschen erspart habe, die normalerweise an die € 400 kosten würden! Für diese Reise ist die Verwendung von alter bzw. Second Hand-Ausrüstung ideal, denn es handelt sich hier um ein bescheidenes kleines Abenteuer. Es ist zwar ein langer Weg, aber ich habe keinerlei Millionen EURO-Deals, habe kein technisches Equipment für Polarexpeditionen, will keine Weltrekorde brechen und habe auch kein Satellitentelefon. Vielmehr handelt es sich hier um ein äußerst kleines, durch und durch britisches Abenteuer – ein € 2 Eselsritt am Strand… – das manch logische Schlussfolgerung mit sich bringt: Einfachheit und Einfallsreichtum sind wichtige Tugenden dieser Reise, insbesondere wenn es um die Wiederverwendung, Reparatur und Nachimprägnierung von gebrauchter Ausrüstung geht. Ein herzliches Dankeschön also an Nikwax! Und jetzt wäre es schön wenn Nikwax herausfinden könnte, wie man einen Esel imprägniert…

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@hannahengelkamp